Samstag 21. Januar 2017
Das Bild zeigt José Joaquim Fernandez OH.

José Joaquim Fernandez OH

Bruder
Brasilien

1913, also vor mehr als 100 Jahren, wurde ich in einem Dorf mitten in Portugal geboren. Meine Familie war arm, was materielle Güter betrifft, dafür aber reich an menschlichen und christlichen Werten. Eines Tages während der Kirschernte brach ich mir den Arm.

 

Als ich 16 war, nahm ich die Einladung eines Barmherzigen Bruders an und lernte den Orden kennen. Er arbeitete in der Berufungspastoral in einem benachbarten Ort. So lernte ich Telhal kennen, das psychiatrische Krankenhaus, das eine Einrichtung des Ordens ist.

 

Mit 18 legte ich die Einfache Profess ab und begann meine Ausbildung zum Krankenpfleger, wobei ich gleichzeitig arbeitete. Mit 26 befand ich mich bereits in unserem Haus in Madeira, wo ich von 1940 bis 1946 Prior war. Ich musste mit den unglaublichen Herausforderungen fertig werden, die der Zweite Weltkrieg mit sich gebracht hatte.

 

Zurück auf dem Kontinent, diente ich weiterhin im Orden, indem ich verantwortungsvolle Ämter übernahm. Von 1956 bis 1965 war ich auch Provinzial. Das war eine Zeit, in der sich die Portugiesische Ordensprovinz gut entwickelte – dem Herrn sei Dank dafür!

 

Seit 1965 bin ich in Brasilien, wo ich zunächst in Rio de Janeiro gearbeitet habe und seit 1969 in Itaipava-Petrópolis.

 

Rückblickend habe ich diese 100 Jahre meines Lebens als gute Zeiten erlebt, auch wenn wir im Gesundheitsbereich mit unendlich vielen Herausforderungen konfrontiert gewesen sind. Es waren einfache und schwierige Zeiten zugleich. Einfach war es, weil Gott uns hilft, wenn wir uns wirklich einsetzen. Und schwierig war es, weil dort, wo Menschen sind, immer auch Schwierigkeiten entstehen.

 

Heute ist meine Arbeit aufgrund meines Alters sehr eingeschränkt. Dennoch möchte ich bis zum Lebensende mit jenen Überzeugungen leben dürfen, die mich seit jeher begleiten: 1. Wir werden nicht Barmherzige Brüder, um Pfleger sein zu können, sondern um heilig zu sein. 2. Nur Gott ist ausschlaggebend in unserem Leben. 3. Durch Maria werden wir zu Jesus gelangen.

 

Ich möchte den Mitbrüdern und Mitarbeitern danken, die mich so liebevoll pflegen. Und den jungen Menschen möchte ich sagen, dass es wirklich nicht schön ist, diese Welt zu durchschreiten, ohne in Gott unser Ideal, unser Vorbild zu haben!

Österreichische Ordensprovinz des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott
Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

Darstellung:
http://barmherzige-brueder.at/