Samstag 21. Januar 2017
Das Bild zeigt Ana Domene Alcaraz.

Ana Domene Alcaraz

Ordensschwester
Spanien

Als Hospitalschwester des Heiligsten Herzen Jesu speist sich mein Leben aus einer Hospitalität, die ich als Quelle und Ursprung der Barmherzigkeit erlebe und die ständig aus dem offenen Herzen Jesu, des barmherzigen Samariters schöpft.

 

Ich spüre, dass die Hospitalität mich von innen her öffnet und mir die Kraft gibt, für andere da zu sein. Sie bestimmt mein Sein, sie schenkt mir die Fähigkeit, auf die Berufung zum Dienst, die ich empfangen habe, zu antworten.

 

Hospitalität geschieht tief im Innern, wo Stille zur Begegnung wird; wo Augen sich für das öffnen, wofür andere oft blind sind. Wo andere vielfach nur Krankheit und Behinderung sehen bzw. nicht mehr den Menschen, sehe ich, wie mächtig das Leben pocht, weil ich gerade dort das lebendige Ebenbild Christi sehe.

 

Hospitalität als gelebte Gastfreundschaft erlebe ich immer als heilend und befreiend, weil es für sie nichts Fremdes gibt. Wer die Türen und Fenster seines Herzens öffnet und zulässt, dass frischer Wind hereinkommt, die Luft reinigt und all das hinwegfegt, was uns hindert, Raum für den anderen zu schaffen, sorgt dafür, dass die Seele nicht verwelkt und immer Platz für das einzig Wichtige ist, nämlich in allen und jedem sein Antlitz zu sehen, Leben zu teilen und Leben zu geben.

 

Meine Hospitalität hat tiefe und feste Wurzeln in der fruchtbaren Erde der großen Gestalten der Hospitalität, die uns vorausgegangen sind. Ich denke da an den heiligen Johannes von Gott, den heiligen Benedikt Menni, an Schwester Josefa Recio und Schwester Angustia Jiménez. Wir gehen ihnen auf ihrem Weg nach und hoffen, dass andere folgen werden.

 

Hospitalität so wie ich sie erlebe, ist weder ein Festkleid noch eine Arbeitsmontur, sondern meine Identität, an der man mich erkennen soll. Der Herr weiß dies, und ihn bitte ich, dass er mir die Fähigkeit schenkt, immer ein sehender, zuhörender und mitfühlender Mensch zu bleiben. Nur so kann ich auf meine Berufung antworten, nur so wird mein Leben zu einem Schenken und Geben, nur so kann ich Gott und mir selbst treu bleiben.

 

Seine Barmherzigkeit erbitte ich, auf seine Barmherzigkeit vertraue ich.

Österreichische Ordensprovinz des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott
Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

Darstellung:
http://barmherzige-brueder.at/