Samstag 21. Januar 2017
Granatapfel – das Symbol der Barmherzigen Brüder

Paul Adnot

Bruder
Frankreich

Die Aufnahme ist das erste Zeichen für Hospitalität!

 

„Gott nimmt uns in seinem Haus auf.“ Wie oft haben wir dieses Lied schon in der Kirche gehört, ohne groß auf den Text zu achten! Gott nimmt uns auf, damit auch wir den Wunsch verspüren, ihn in unserem Herzen aufzunehmen. Er will aber nicht in einem kleinen versteckten Winkel unseres Herzens wohnen; wir müssen ihm einen angemessen Raum geben!

 

Die gelebte Hospitalität lässt uns zu Menschen werden, die aufnehmen und aufgenommen werden: Das tägliche Leben gibt uns die Möglichkeit, zu „Orten der Hospitalität“ zu werden – im Sinne der Wechselseitigkeit zwischen Aufnehmenden und Aufgenommenen. Um die anderen aufzunehmen und um selbst aufgenommen zu werden, ist es erforderlich, dass beide Seiten sich ein Stück zurücknehmen.

 

Einen Fremden aufzunehmen ist sicher nicht einfach, aber noch schwieriger ist es, sich von ihm aufnehmen zu lassen! Auf jeden Fall muss ich ohne viel Aufhebens meine Vorbehalte, meine Gewohnheiten, meine Routine, meine Kultur ein wenig zurückstellen, um zur Aufnahme meines Gegenübers bereit zu sein, der mir ja ähnlich ist, den ich aber als andersartig erlebe.

Jesus ist unser Vorbild. Er hat seine Mitmenschen aufgenommen: den Ausgestoßenen und den Missachteten, den Pharisäer ebenso wie den Zöllner – und dass ungeachtet der Verurteilungen, die seine Haltung hervorgerufen hat.

 

Wir müssen uns in das Evangelium vertiefen, um es im Alltag, im konkreten Tun umzusetzen. Das Evangelium ist kein Roman mit rührenden Geschichten, die zu Herzen gehen, sondern ein Buch des Lebens, das wir tagtäglich verwirklichen sollen!

 

Der hl. Johannes von Gott hat das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter gelebt, indem er sich mit Leib und Seele dem ihm durch den Herrn zugeteilten Sendungsauftrag geweiht hat. Er ist zu demjenigen geworden, der die Schwachen, Kranken und Ausgestoßenen an- und aufnimmt. Diese vollkommene Hingabe kann nicht nur Werk des menschlichen Willens sein, wie der hl. Paulus sagt, sondern es ist eine Gnade des Herrn, durch die jeder Mensch zum Boten des Himmelreichs werden kann. Jede Handlung der Hospitalität ist Verkündigung des Reiches Gottes.

Österreichische Ordensprovinz des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott
Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

Darstellung:
http://barmherzige-brueder.at/