41. Internationale Salzburger Pflegekongress zum Thema Ar-MUT

Martina Biberacher aus dem Organisationsteam, nimmt Bezug zum Titel und meint, schon im Begriff „Armut“ steckt das Wort „MUT“. Mut gehört dazu, sich den verschiedenen Formen von Armut zu stellen, sie manchmal auszuhalten, manchmal aber auch zu verändern.

Organisiert wird der Salzburger Pflegekongress vom Katholischen Pflegeverband mit der Unterstützung der (Erz-)Diözesen Augsburg, München-Freising, Passau, Regensburg und Salzburg.

Nach dem musikalischen Auftakt machte sich Prof. Dr. Bernhard Bleyer auf die Suche nach der Armut mit der die Pflege zu tun hat.

Viele Fragen und Beklemmungen löste Prof. in Dr. in Karin Kersting mit Ihrer Theorie zum „Coolout“ in der Pflege aus. In ihren Studien ging es um Konfliktsituationen und moralische Dilemmata in der Pflege, die durch ungenügende, strukturelle Bedingungen entstehen. Karin Kersting bezog sich wie in Ihren Coolout-Studien, die in Anlehnung an Adornos „Bürgerliche Kälte“ auf die „Kältemechanismen“ der Pflegenden übertragen wird. Das Thema ist unter Bedacht der anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen, die in der Pflege vorliegen, nach wie vor sehr aktuell. Die Ausweglosigkeit der „falschen Praxis“ hinterließ beim Teilnehmer teilweise Unbehagen über die ausweglose und schockierende Situation. In der darauffolgenden kontroversiell geführten Diskussion gab die Referentin dem Bewusstwerden des Phänomens „Kälte“ und der dadurch möglichen Resensibilisierung der beteiligten Akteure einen hohen Stellenwert und bot dadurch Lösungsansätze.

Mag. Dr. Nagl-Cupal zeigt die Beziehungen zwischen pflegenden Kindern und Jugendlichen und dem Armutsthema auf. Bedingt durch die Auswirkungen von fehlender Ausbildung, kann dies in geringere berufliche Auswahl und kritischere Zukunft führen. In Betracht muss jedoch auch immer eine persönliche Armut gezogen werden, die in sozialer Armut münden kann. Ein engeres finanzielles Korsett zieht nicht immer eine gefühlte und erlebte Armut im klassischen Sinn nach.

Mit Dr. Christoph Seidl, der zu V.E. Frankl Parallelen zog und den Boden der Realität uns als „Sprungbrett für die Freiheit“ öffnete ging es versöhnlicher weiter. Wie Frankl selbst seinen "inneren Schweinehund" immer wieder überwand, sind wir aufgefordert unser Leben zu gestalten. Treffend stellte Frankl einmal fest: "Das Leben stellt die Fragen - der Mensch ver-antwortet".

Den letzten Part des ersten Tages hatte Franz Strasser mit verlebendigten und visualisierten Heilungsszenen aus dem Matthäusevangelium.

In den Pausen konnten viele Gespräche am Stand der Barmherzigen Brüder Österreich geführt werden. Mitarbeiter/innen aus den Häusern Graz-Walkabout und Salzburg-KH gaben bereitwillig Auskunft über die Tätigkeiten, Strategien und Lösungsansätze in den Häusern und so kam es zur Vernetzung zwischen Deutschland, Schweiz und Österreich.

Am Sonntag fand unter Begleitung der Rhythmusgruppe Söll in Tirol, als fixer Bestandteil des Kongresses, der Gottesdienst mit Mag. Roland Rasser statt.

Mein persönlicher Höhepunkt des gesamten Kongresses folgte jetzt mit der Geschichte der Zukunft. Erik Händeler brachte kurzweilig und sehr verständlich die heute relevanten Elemente von Nikolai Kondratieffs Theorie der langen Wellen. Für Händeler ist der Mangel an Gesundheit und die Erhaltung der Psychosozialen Gesundheit der größte Motor der heutigen Wirtschaft. Der einflussreichste Teil der Arbeit erfolgt in einer gedachten Welt und er meint weiter, es gibt keine Grenzen des Wirtschaftswachstums. Die meisten Ökonomen sehen jedoch ungleich ihn, Geld als Symptome und Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und nicht als Ursache.

Eines der wichtigsten Punkte in unserer Wissensgesellschaft ist das Sozialverhalten. Stellen Sie sich vor, führt er weiter aus, im Team gibt es zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Wir alle wissen was folgt, es kommt zu einem Produktivitätsverlust.

Realwirtschaftliche Zusammenhänge stellt Händeler nach Kondratieff am Beispiel des Mobiltelefons als Wachstumsmotor her. Nicht die Summe des Geldes durch den Kauf wirkt als Wachstumssteigerung, wie sich viele monetär orientierten Ökonomen vorstellen. Nein, es geht um die zusätzliche Arbeitszeit, um die Effizienz aufgrund einer besseren Abstimmung, das ist der zusätzliche im realen Leben eingetretene Effekt. Nicht das Geld sondern die gesteigerte Leistungsfähigkeit wirkt als Wachstumsmotor.

Ohne es so zu benennen spricht Herr Händeler meiner Meinung nach auch über Lean-Managment als einzige Lösung der Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Hier wie auch in Kondratieffs Gedankenwelt gibt es eine Richtung für die ökonomische Welt: Der beste Weg in die Zukunft ist, in Menschen zu investieren.

Nach spannenden 1 ½ Tagen und einer Vernetzung zwischen zwei „österreichischen Brüder Einrichtungen“ freuen wir uns bereits auf nächstes Jahr und auf den 42. Internationalen Pflegekongress am 19. und 20. Oktober 2018 mit dem Thema: „Die Freiheit nehm ich mir.“

Messestand mit Kolleginnen und Kollegen der Häuser in Salzburg und Steiermark

Danke an alle Beteiligten für die gelungene Präsentation der Einrichtungen der Barmherzigen Brüder Österreichs.

Ein Tipp am Rande: Es gibt auf You Tube einige Videos von Hr. Händeler zu sehen.

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