
Schäfchen zählen statt Winterschlaf
Etwa 20% der österreichischen Bevölkerung leiden zeitweilig unter Einschlafproblemen, bei jedem zehnten Betroffenen wird daraus eine chronische Schlafstörung. Die Gründe sind vielfältig: Schicht- und Wechseldienst zählen neben Zeitverschiebungen ebenso zu auslösenden Faktoren wie Stress und Überbelastung. Regelmäßiger Schlaf ist zur Regeneration von Geist und Körper unumgänglich. In der nächtlichen Ruhephase sinken Herzfrequenz und Blutdruck und das Immunsystem rüstet sich für die Anforderungen des kommenden Tages. Wieviel Schlaf jeder von uns benötigt ist sehr individuell. Die Norm reicht von sechs bis zehn Stunden bei Erwachsenen. Jedoch sinkt die menschliche Leistungsfähigkeit ohne ausreichenden Schlaf rapide!
Schlafhygiene
Kleine Veränderungen im Lebensstil können oft viel bewirken. Bekannte Ratschläge sind ein dunkles, kühles Schlafzimmer und Einschlafrituale mit Entspannungsbädern (Lavendel!). Auch wenn es angesichts lähmender Erschöpfung tagsüber schwer fallen mag: Verzichten Sie auf das Nickerchen zwischendurch. Bringen Sie Ihren Kreislauf lieber mit moderatem Ausdauersport in Schwung. Das belebt und wirkt Schlafproblemen entgegen. Koffeinhaltige Getränke und Schokolade sollten vier bis sechs Stunden vor dem Schlafen gehen tabu sein. Ein leichtes Abendessen und die Reduktion von Nikotin und Alkohol komplettieren das Maßnahmenpaket.
Nahrungsergänzung aus der Apotheke
Führen Lifestyle-Änderungen allein nicht zum gewünschten Erfolg, lohnt sich ein Besuch in unserer Apotheke. Mit diversen Mikronährstoffen, oft schon in idealer Kombination vereint, wird die Entspannung gefördert und die Schlafbereitschaft erhöht. Neben den B Vitaminen spielt die Aminosäure Tryptophan eine wesentliche Rolle für unser Nervensystem. Als Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin erleichtert sie das geistige Abschalten. Enthalten ist Tryptophan z.B. in der afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia). Bei ruhelosen Beinen entspannt Magnesium die Muskelfasern, wobei Vitamin D diesen Effekt unterstützt. Melatonin ist als Taktgeber der inneren Uhr bestens bekannt. Leider halbiert sich die Ausschüttung dieses körpereigenen Hormons mit zunehmendem Alter, was ein Grund für vermehrte Schlafprobleme in der zweiten Lebenshälfte sein dürfte. Ausgleichen lässt sich dieser Effekt mit Einnahme von 1 bis 3mg Melatonin ca. 30 Minuten (kurze Wirkdauer!) vor dem zu Bett gehen. Regelmäßige Einnahme ist hier der Schlüssel zum Erfolg!
Arzneipflanzen vs. Schlafmittel
Die beste Wirkung lässt sich in Kombination mit pflanzlichen Arzneimitteln erzielen: Für das klassische Trio Baldrian, Hopfen und Melisse ist die Wirksamkeit seit langem gut belegt, ebenso wie der nervenberuhigende Effekt der Passionsblume. Lassen Sie nach Möglichkeit die Finger von Schlafmitteln. Sie beeinflussen die wichtige REM-Phase ungünstig und mindern die Schlafqualität. Auch rezeptfreie Schlafmittel (Antihistaminika) sind nicht für jedermann geeignet und wenn, nur zur kurzfristigen Anwendung gedacht. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind ebenfalls möglich - lassen Sie sich von uns beraten!