Donnerstag 23. Februar 2017
Roberto García Sáenz del Burgo

Roberto García Sáenz del Burgo

Mitarbeiter
Spanien

Von Hospitalität zu reden, ist eine anspruchsvolle Sache. Ich habe schon des Öfteren darüber gehört, vor allem im Zusammenhang mit der Bibel. Damit will ich aber nicht sagen, dass ich Hospitalität im Sinne von christlicher Gastfreundschaft nicht gelebt hätte. Für mich hatte das alles nur einen anderen Namen.

 

Johannes von Gott kannte ich zunächst nur dem Namen nach, weil er im Kalender am 8. März auftaucht. Erst als ich im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Santa Águeda zu arbeiten anfing und an Schulungen teilnahm, welche die Brüder für Mitarbeiter und Freiwillige organisiert haben, packte mich die Neugier, mehr von diesem Juan Ciudad zu erfahren. Und so entdeckte ich schon bald, dass er kein schwer zugänglicher Heiliger ist – ganz im Gegenteil!

 

Hospitalität ist eine Haltung, die dein Leben verändert! So möchte ich auf den Punkt bringen, was ich von Johannes von Gott gelernt habe. Wenn ich daran denke, wie sehr er sich von der Predigt des heiligen Johannes von Avila am Sebastianstag berühren ließ, frage ich mich oft: „Inwieweit lasse ich eigentlich die Worte anderer Menschen an mich heran?“

 

Gibt es eine größere Hospitalität, als das menschliche Leid an sich heranzulassen? Gibt es eine größere Hospitalität, als die Verletzungen, die das allgemeine Unverständnis und die gesellschaftliche Ächtung hervorrufen, am eigenen Leib zu erleben?

 

Gerade das befähigte den heiligen Johannes von Gott, sein Leben zu ändern und sich für die Ärmsten der Armen einzusetzen. Er hatte den Mut, sich mit denen einzulassen, die verachtet wurden, und er hatte keine Angst, deswegen für verrückt gehalten zu werden.

Das ist ein Ansporn für mich, in meinen Patienten immer auch den Menschen zu sehen, der unter dem Stigma der Geisteskrankheit leidet. Er hat einen konkreten Namen, der es verdient, dass ich mich von ihm berühren und „stören“ lasse!

 

Ich vergleiche Gastfreundschaft oft mit der Schwangerschaft: Die Mutter lässt es zu, dass sich durch das neue Geschöpf ihr körperlicher und sogar ihr seelischer Zustand verändert… Das ist für mich Hospitalität: sich durch den Nächsten verändern lassen! So werden wir Propheten der Hoffnung für eine bessere, gerechtere und menschlichere Welt, die Gott gefällt.

Österreichische Ordensprovinz des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott
Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

Darstellung:
https://barmherzige-brueder.at/