Fest "Maria Schutzfrau des Ordens"

Am dritten Samstag im November wird das Fest "Maria Schutzfrau des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott" gefeiert. Aus diesem Anlass hat Pater Generalprior Jesús Etayo OH ein Rundschreiben verfasst.

 

 

Botschaft zum Fest Maria Schutzfrau des OrdensRom, November 2017

 

Liebe Brüder, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Mitglieder der Familie des heiligen Johannes von Gott.

 

Wie jedes Jahr, feiern wir am dritten Samstag im November – heuer fällt er auf den 18. – das Fest Maria Schutzfrau des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott. Aus diesem Anlass möchte ich Sie herzlich einladen, sich schon jetzt auf dieses wichtige Fest einzustimmen und es voll Freude zu feiern.


Die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria, die wir auch als Königin der Hospitalität anrufen, wird in unserem Orden seit jeher in vielfältigen Formen und unter verschiedenen Titeln verehrt. Sie spielte bereits für unseren heiligen Ordensgründer Johannes von Gott eine zentrale Rolle. Er konnte immer auf ihren Schutz und auf ihre Hilfe zählen und nannte sie ehrfurchtsvoll die „immer unberührte Jungfrau“.


Schauen wir weiterhin voll Vertrauen auf unsere Mutter und beten wir zu ihr, damit sie ihre schützende Hand über unsere Familie und alle Menschen hält, die täglich weltweit in unseren apostolischen Werken betreut werden. Im Folgenden möchte ich kurz auf zwei Aspekte eingehen, die meiner Meinung nach für uns im Moment von besonderer Bedeutung sind.


Wir alle kennen das berühmte Loblied aus Mariä Heimsuchung, das Magnifikat, mit dem Maria auf den prophetischen Willkommensgruß ihrer Cousine Elisabeth antwortet. Darin kommt in wunderbarer Weise die Dankbarkeit und Freude Mariens darüber zum Ausdruck, dass Gott sie zur Mutter seines Sohnes auserwählt hat: “Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.” (Lk 1,46-48)

 

Fensterbild der Jungfrau Maria


Die Kirche und insbesondere Papst Franziskus wollen, dass wir Ordensleute frohe Menschen sind, die unentwegt Freude schöpfen: aus der Begegnung mit Christus in einem Leben des persönlichen und gemeinschaftlichen Gebets; aus dem täglichen Hören auf das Wort; aus der brüderlichen Begegnung mit den Brüdern und Schwestern; aus der Nähe zu den Armen. In diesem Sinn sind wir dazu berufen, Propheten der Freude, der wahren Freude zu sein. Denn eine traurige Nachfolge Christi ist ein Trauerzug (vgl. Papst Franziskus an das Generalkapitel der Schwestern vom Göttlichen Meister, 22. Mai 2017).

Maria begleitet unser gottgeweihtes Leben in Hospitalität, unsere Berufung als Barmherzige Brüder. Wie sie, sollen auch wir froh und dankbar für unsere Berufung sein. Dabei darf unsere Freude nicht mit einem vorübergehenden Gemütszustand verwechselt werden, denn sie ist die Frucht eines erfüllten Lebens, eines sinnerfüllten Lebens, das keine Angst hat vor dem Kreuz des Alltags, das unentwegt neue Kraft schöpft aus der Begegnung mit dem Herrn und ständig das Bedürfnis hat, Gott für das Geschenk zu danken, ein Baustein in seinem Heilsplan zu sein.

 

Hospitalität kann nur in Fülle gelebt werden, wenn sie inmitten und trotz aller Schwierigkeiten eine frohe und dankbare Hospitalität bleibt. Nie war es wichtiger als heute, dass wir uns zu Zeugen und Propheten der Hospitalität durch aufrichtige Freude machen, indem wir uns froh in den Dienst Gottes und des Nächsten im Alltag stellen und nie die Hoffnung verlieren. Dieser Aufruf gilt auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit der Gabe der Hospitalität beschenkt fühlen. Die Gottesmutter Maria, Schutzfrau des Ordens, sei uns allen ein Vorbild der Freude und Dankbarkeit für unsere Berufung.


Den zweiten Punkt, den ich in dieser Botschaft kurz ansprechen möchte, bezieht sich auf die Vorbereitung der Provinzkapitel, die ordensweit im ersten Halbjahr 2018 anstehen. Dabei will sich der Orden über die Zukunft der Hospitalität in jeder Provinz befragen. Bitten wir die Gottesmutter um eine gelingende Auseinandersetzung mit dieser Frage und zeigen wir dabei dieselbe Offenheit und Bereitschaft wie sie: “Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.” (Lk 1,38).


Das ist die Haltung und Bereitschaft, mit der ich mir wünsche, dass man an die Provinzkapitel herangeht: weg von Resignation und Selbstbezogenheit, hin zu Offenheit und Achtsamkeit für den Willen des Herrn, damit wir erkennen, was Gott von einem jeden Einzelnen von uns, von einer jeden Provinz und vom Orden insgesamt will, und wir die notwendigen Schritte ergreifen, damit unser Charisma und unser Auftrag im Heute und Morgen kraftvoll weiterwirken. Gehen wir mit dieser Haltung an die Vorbereitung und die Durchführung der bevorstehenden Kapitel.


Wir leben in keiner leichten Zeit, aber wenn wir uns von der Freude unserer Berufung tragen lassen und uns Maria zum Vorbild nehmen, können wir auf alles eine Antwort finden. Befreien wir uns, wie die Gottesmutter Maria, von lähmenden Fesseln und werden wir zu Zeugen und Propheten der Freiheit, die sich mutig in den Dienst des Heilswerkes Gottes stellen und keine Angst haben, neue Wege zu erproben, auch wenn sie tiefgreifende Veränderungen verlangen. Auch die junge Magd aus Nazareth ließ sich auf ein großes Wagnis, das Wagnis mit Gott, ein. Zeigen wir denselben Mut und lassen wir uns, wie sie, auf das Wagnis mit Gott ein!


Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen, in meinem Namen und im Namen der Generalkurie, eine frohe Feier des Festes „Maria Schutzfrau des Ordens“ und erbitte ihren Schutz und Segen für unseren geliebten Orden und die ganze Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott.


Mit brüderlichen Grüßen

 

Frater Jesús Etayo

Generalprior

Österreichische Ordensprovinz des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott
Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

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