Rundschreiben von Generalprior Frater Jesús Etayo OH

Anlässlich des 8. März, des Gedenktages unseres Ordensstifters Johannes von Gott, hat Generalprior Jesús Etayo ein Rundschreiben verfasst.

 

Heiliger Johannes von Gott


Ein Mensch voll Leidenschaft für Gott und voll Mitgefühl für die Kranken und Armen.

(Papst Franziskus)


An alle Brüder und Mitarbeitende, an alle Mitglieder der Familie des heiligen Johannes von Gott

 

Kaum ist das 69. Generalkapitel des Ordens zu Ende gegangen, da dürfen wir bereits das Fest unseres heiligen Ordensgründers Johannes von Gott feiern. Das ist mir eine willkommene Gelegenheit, meine ersten Worte an Sie zu richten und Ihnen allen meine besten Glück- und Segenswünsche zu übermitteln. Feiern wir voll Freude das Fest unseres Ordensvaters.

 

Sie alle haben wahrscheinlich mit Interesse das Generalkapitel und seine verschiedenen Phasen und Etappen verfolgt. Wie immer war das Kapitel ein intensives Moment der Gemeinschaft und der Brüderlichkeit in der Hospitalität, das von allen Beteiligten mit großem Engagement und mit der ständigen Bereitschaft zur gemeinsamen Suche erlebt wurde. Es war ein Moment, der vom Licht des Heiligen Geistes erhellt wurde und bei dem man auf seine Stimme gehört hat, um mit größtmöglicher Treue die Sendung zu erfüllen, die unserem Orden anvertraut ist.

 

Das Leitthema des Kapitels lautete: “Die Zukunft der Hospitalität gestalten”. Diese fünf Worte müssen uns mehr als ein Motto sein. Sie verlangen, dass wir ständig die dynamische Bereitschaft haben, das Gewachsene treu weiter zu gestalten, zu erneuern und zu leben, um neue Antworten auf eine neue Zeit zu geben. Sie verlangen, dass wir neue „Gefäße“ gestalten, um sie mit dem neuen „Wein der Hospitalität“ zu füllen. Vergessen wir nie, dass die Hospitalität nicht nur das Fundament unseres Hauses, unseres Gebäudes ist, sondern auch das, was es mit Licht und Sinn erfüllt.

 

In diese Richtung und mit diesem Ziel haben wir in Rom mehr als drei Wochen lang gearbeitet, in dem Bestreben, die Weichen für die Zukunft der Familie des heiligen Johannes von Gott zu stellen. Einiges, von dem, was beim Kapitel beschlossen wurde, haben Sie sicher bereits in Ihren Provinzen erfahren. In Kürze wird das Schlussdokument erscheinen, in dem die wichtigsten Etappen des Kapitels dokumentiert und das Programm für die kommenden sechs Jahre enthalten sind.

 

Ein besonders wichtiger und bewegender Moment war die Privataudienz, die uns Papst Franziskus am 1. Februar gewährte. Dabei konnten wir nicht nur die herzliche Gastfreundschaft des Heiligen Vaters erleben und Fotos mit ihm machen, sondern wurden von ihm auch mit einer Botschaft voll Licht und Zukunftskraft beschenkt, die zusammen mit den Schlusserklärungen des Kapitels das Programm der Generalleitung in den kommenden sechs Jahren inspirieren wird.
 
Die Botschaft ist kurz, aber voll Licht und Tiefe. Es ist eine Botschaft, die immer wieder gelesen werden muss, über die wir meditieren müssen, mit der wir beten müssen und die wir mit unseren Brüdern und Mitarbeitern teilen müssen. Ich bitte Sie eindringlich, dies zu tun. In Bezug auf unseren Ordensgründer Johannes von Gott sagt der Papst in der Botschaft: “Bitte macht den Hospitalorden nicht zu einer geschlossenen Truppe bzw. zu einem geschlossenen Reservat. Sprecht, diskutiert und plant gemeinsam, ausgehend von euren Wurzeln, das Heute und Morgen eures Lebens und Dienstes und hört dabei immer auf die Stimme der vielen kranken und hilfesuchenden Menschen, die euch brauchen, wie es der Johannes von Gott tat: voll Leidenschaft für Gott und voll Mitgefühl für die Kranken und Armen.”

 

Das ist das Lebensprogramm, zu dem uns der hl. Johannes von Gott führen will. Erinnern wir uns an seine Worte: “Liebt unseren Herrn Jesus Christus über alles auf der Welt, denn, wie viel Ihr ihn auch liebt, er liebt Euch mehr. Bleibt immer in der Liebe, denn wo keine Liebe herrscht, ist Gott nicht - wenngleich Gott überall ist” (Luis Bautista 13). Ich bitte Gott und lade alle Mitglieder der Familie des  hl. Johannes von Gott ein, den Mut zu haben, voll Leidenschaft für Gott und mit dem Herzen eines Barmherzigen Samariters voll Mitgefühl für Menschen in besonderen Lebenssituationen, für die Kranken und die Armen zu leben.

 

Wir stehen vor einem neuen Sessennium. Beginnen wir es voll Hoffnung und Vertrauen zum Herrn und zu allen Mitgliedern unserer Familie. Wir Mitglieder der neuen Generalleitung werden alles geben, damit die Hospitalität des Evangeliums, die Johannes von Gott wie kein anderer vorlebte, jeden Tag kraftvoll gestaltet und sichtbar gemacht wird. Uns erwarten viele Herausforderungen und Aufgaben, doch wir dürfen uns der Hilfe des Herrn, des hl. Johannes von Gott und des ganzen Ordens sicher sein. Miteinander und mit Mut werden wir sie meistern. Mitte März wird die neue Generalleitung einige Tage in Granada verbringen, um das neue Sessennium unserem heiligen Ordensgründer anzuvertrauen und Kraft und Mut an den Schauplätzen seines Lebens zu schöpfen.

 

Es ist zur Tradition geworden, dass ich am Fest des hl. Johannes von Gott das Ergebnis der Spendenaktion der Generalkurie aus dem Vorjahr bekannt gebe. 2018 wurden für das Projekt “Akassato (Cotonou) der Afrikanischen Provinz zum hl. Richard Pampuri (Benin-Togo)” 305.451,73 Euro gesammelt. Für diese eindrucksvolle Geste der Solidarität sage ich allen ein herzliches Dankeschön.

 

Zugleich möchte ich Ihnen mitteilen, dass wir beim Generalkapitel eine Spendenaktion für unsere Werke in Venezuela durchgeführt haben. Der Titel des Projekts lautete “Tafel der Solidarität”. Es handelt sich um eine Initiative gegen die zunehmende Unterernährung der Bevölkerung in Venezuela, vor allem bei Kindern. Die Summe, die bisher gesammelt wurde, beläuft sich auf ca. 100.000 Euro. Wir möchten diese Initiative in diesem Jahr fortführen. Wir bitten alle, die bereits für das Projekt gespendet haben, es weiter zu unterstützen. Zugleich sind neue Spender natürlich herzlich willkommen. Ich sage noch einmal allen ein aufrichtiges Dankeschön für ihre Solidarität und Großherzigkeit.

 

Ich wünsche Ihnen ein frohes Fest des hl. Johannes von Gott. Nehmen wir uns seine Leidenschaft und Hingabe an die Armen und Kranken zum Vorbild, um voll Enthusiasmus und Mut die Zukunft der Hospitalität zu gestalten.

 

In der Verbundenheit des Herrn und des hl. Johannes von Gott
grüßt Sie brüderlich

 

Frater Jesús Etayo OH

Generalprior

 

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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