Werdegang

 

Die Idee zu dem Projekt „Lebenswelt“ entstand in der Gehörlosenambulanz in Linz, die 1991 gegründet worden war. Die tägliche Arbeit zeigte schon bald, dass Gehörlose und Taubblinde mit zusätzlicher Beeinträchtigung oft nur in einem für sie geeigneten Lebensraum mit adäquaten Betreuungsangeboten richtig gefördert werden können. Die Suche nach einem geeigneten Objekt für die Umsetzung begann.

 

Der Initiator der Lebenswelt Schenkenfelden Prim. Dr. Johannes Fellinger und seine Familie entschlossen sich, das Gerstl-Haus in Schenkenfelden für dieses Projekt entgeltlos zur Verfügung zu stellen. Prim. Dr. Fellinger verbindet vieles mit der Gehörlosenwelt. Als Sohn des mit 16 Jahren ertaubten Künstlers Prof. Matthäus Fellinger wendete er sich schon während seines Medizinstudiums den Nöten der Gehörlosen zu. Sein Schwiegervater Prof. Helmut Berger ist ebenfalls ein ertaubter Künstler.

 

Erste konkrete Realisierungsschritte wurden gesetzt, als die Marktgemeinde Schenkenfelden 1995 beschloss das alte Gemeindehaus zur Verfügung zu stellen, damit dies nach Umbauarbeiten als Wohngebäude genutzt werden kann. Die Sozialabteilung des Landes OÖ unter Landesrat Josef Ackerl sicherte finanzielle Unterstützung zu. Der Spatenstich erfolgte 1997. Zu dieser Zeit begann auch die Ausbildung der künftigen gehörlosen und hörenden MitarbeiterInnen. Für die gehörlosen BetreuerInnen wurde eigens eine dreijährige Fachschule für Sonderbehindertenbetreuung gegründet. (VIS.COM Schule für visuelle und alternative Kommunikation)

 

Durch Co-Finanzierung der Kulturabteilung und der Abteilung Ortsentwicklung war es möglich, das Gerstl-Haus in seinem historischen Bestand zu belassen und Teile davon auch als Museum (Krämereimuseum) der Öffentlichkeit zugängig zu machen, womit für die Behinderteneinrichtung eine Brücke zur Außenwelt geschaffen werden konnte.

 

Nach fünf Jahren Vorbereitungszeit konnte die Lebenswelt Schenkenfelden im Juli 1999 mit ihren ersten 12 TeilnehmerInnen die Arbeit aufnehmen. Im September 1999 folgte die feierliche Einweihung des Gerstl-Hauses, im April 2000 jene des Wohnhauses. Im August 2000 übernahm Prof. Dr. Jan van Arkel die Leitung der Lebenswelt Schenkenfelden.

 

Im Juli 2005 wurde eine weitere Werkstatt der Lebenswelt in Linz eröffnet und im Februar 2008 kam ein neuer Wohnteil in der Hintergasse (gemeinsam mit betreubaren Wohnungen der Gemeinde Schenkenfelden) hinzu.

 

Eine neue Lebenswelt in Pinsdorf (im Salzkammergut bei Gmunden) mit Arbeitsplätzen für 20 TeilnehmerInnen und Wohnungen für 12 BewohnerInnen ist seit Juni 2011 in Betrieb.

 

Der dritte Standort der Lebenswelt in Wallsee-Sindelburg (Niederösterreich) öffnete im Oktober 2014. Die Lebenswelt Wallsee bietet in den therapeutischen Werksätten Platz für 25 TeilnehmerInnen und ein Zuhause für 20 BewohnerInnen.

Lebenswelt
Markt 18
4192 Schenkenfelden
Telefon: 0043 7214 7027-0
Fax: 0043 7214 7027-29
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LEBENSWELT
Markt 18
4192 Schenkenfelden

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