Dienstag 28. Februar 2017
Chirurgie mit Schwerpunkt Gefäßchirurgie

Gefäßtherapie

 

Muss und kann immer operiert werden?
 Nur Segmentverschlüsse von Arterien können überbrückt oder mittels Katheter wiedereröffnet werden. Es muss sich also um Arterienverschlüsse handeln, auf die in der Peripherie wieder zumindest ein offenes Gefäß folgt. Beim peripheren Verschlusstyp, bei dem sich die Arterien von der Peripherie nach zentral fortschreitend verschließen, ist mangels eines peripheren Anschlussgefäßes keine Bypassanlage möglich. Zum Glück ist dies der seltenere Verschlusstyp, so dass in den meisten Fällen eine Bypassanlage möglich ist.
 
 
Konservative Therapie
Gehtraining, Gefäßtraining
Im Stadium der belastungsabhängigen Beinschmerzen ist ein Gehtraining sinnvoll. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass vorher eine entsprechende Durchblutungsdiagnostik erfolgt ist, die ausschließt, dass es sich um einen akuten Verschluss einer Beinarterie handelt. In diesem Fall soll nicht mit Gehtraining der Zeitraum versäumt werden, in dem noch eine einfache Wiedereröffnung der Arterie möglich ist.
 
Im Fall der diagnostizierten chronischen Beindurchblutungsstörung ist jedoch Gehtraining sinnvoll. Dabei sollten Sie so häufig wie möglich, mindestens aber eine Stunde täglich mit gleichmäßigem Tempo soweit gehen, bis Sie Schmerzen in den Beinen verspüren. Nun halten Sie an – legen eine kurze Erholungspause ein, bis die Schmerzen abgeklungen sind – und setzen anschließend das Gehtraining wieder fort.
 
Zuhause kann das Gefäßtraining durch regelmäßig ausgeführte Zehenstände oder Steppgymnastik ergänzt werden. Bei gymnastischen Übungen ist in deren Auswahl darauf zu achten, dass insbesonders die Unterschenkelmuskulatur belastet werden sollte, weil damit die besten Ergebnisse im Gefäßtraining erzielt werden können.
 
Mit gut ausgeführtem Gehtraining kann in manchen Fällen die schmerzfreie Gehstrecke verdoppelt werden.
 
  
Risikofaktorentherapie
Ernährungsumstellung, Raucherentwöhnung, Training und falls notwendig medikamentöse Therapie der Risikofaktoren (Hochdruck, Zuckerkrankheit und Blutfette) können wesentlich zur Senkung des Arterioskleroserisikos beitragen. (siehe Arteriosklerose)
 
 
Gerinnungstherapie
Die niedrig dosierte Aspirintherapie (ASS) stellt einen wesentlichen Bestandteil der konservativen Gefäßtherapie dar. ASS kann zwar die Arterioskleroseentwicklung nicht beeinflussen, verhindert aber, dass sich Blutplättchen zu Gerinnseln zusammenklumpen. Auf diese Art und Weise kann nachweislich das Risiko für das Neuauftreten von gefäßbedingten Erkrankungen um etwa ein Viertel reduziert werden. Neben ASS stehen zusätzliche die Blutplättchen beeinflussende Medikamente wie Clopidogrel zur Verfügung. Dieses Medikament obliegt jedoch einer eingeschränkten Verschreibbarkeit.
Häufig ist es in der Gefäßmedizin erforderlich, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes auf Dauer zu verringern - diese Patienten werden antikoaguliert - z.B. mit Marcoumar. Die Antikoagulantientherapie verhindert nachweislich bestimmte Formen von Gefäßverschlüssen. Dieser Vorteil wird aber durch ein bestimmtes Blutungsrisiko erkauft. Daher ist es notwendig, die Anzeige zu einer solchen Medikation genau mit dem Arzt zu besprechen, die Risiken der Therapie selbst als Patient genau zu kennen und regelmäßig den Einstellungsgrad im Labor oder beim Hausarzt überprüfen zu lassen.
 
 
Medikamentöse Therapie
Durchblutungsfördernde Medikamente können einerseits die Fließeigenschaften des Blutes beeinflussen und andererseits die Sauerstoffausbeute aus dem Blut erhöhen. Leider haben orale Medikamente (Tabletten) nur eine sehr bescheidene Wirkung. Die besser wirksamen Prostaglandine stehen derzeit nur in Infusionsform zur Verfügung.
 
 
Interventionelle Therapie (Kathetertherapie)
 
Vor der Durchführung einer Gefäßoperation wird geprüft, ob mit einfacheren - für den Patienten weniger belastenden - Methoden (sogenannten Kathetermetoden) eine Gefäßverengung oder ein Gefäßverschluss wiedereröffnet werden können.
(siehe PTA-Therapie)
 

Dazu gibt es verschiedene Behandlungsmethoden:

  • Einfache Ballonaufdehnung
     
  • Stentbehandlung
    Dabei wird das Gefäßlumen aufgedehnt und eine zarte gitterförmige Gefäßstütze eingebracht, die im Gefäß verwächst.
     
     

     Gefäßstent


     
  • Aspirationsthrombektomie
    Dabei wird frisches Gerinnselmaterial über einen eingebrachten Katheter aus dem Gefäßlumen abgesaugt.
     
  • Lysetherapie
    Dabei wird ebenfalls über einen in die Arterie eingebrachten Katheter Gerinnselmateriel zur Lumeneröffnung medikamentös aufgelöst.
     

     

     

    Nierenarterienverschluss

     Nierenarterienlyse


     
     
  • Endoprothesenimplantation
    Dabei wird eine (innere) Gefäßprothesenschienung in die erkrankte Arterie mittels Kathetermethode eingebracht), siehe Aortenaneurysma. (siehe Aneurysma)

Sämtliche angeführten heute modernen interventionellen Gefäßtherapieformen werden an unserem Haus der Barmherzigen Brüdern in Linz angeboten und in Zusammenarbeit mit den interventionell tätigen Radiologen durchgeführt.

 

 

Gefäßchirurgische Therapie
 

 
 Lupenbrillentechnik


Reicht die interventionelle Therapie nicht aus, um eine schmerzreduzierte Gehleistung zu erreichen oder im schlimmeren Fall ein Bein oder ein Organ zu erhalten, oder ist der vorliegende Befund für eine der interventionellen Methoden nicht geeignet, so ist die gefäßchirurgische operative Therapie notwendig. Folgende Möglichkeiten stehen grundsätzlich zur Verfügung:

  • Desobliteration (Ausschälplastik)
    Dabei wird das einengende Material aus der eröffneten Arterie ausgeschält und das Gefäß anschließend meist mit einer Erweiterungsplastik aus Kunststoff oder Vene wieder verschlossen
     
  • Bypass, Interposition 
    Dabei wird ein komplett verschlossenes Gefäßstück mittels künstlichem oder körpereigenem Bypassmaterial (Vene) umgangen und damit der Blutfluss in die Peripherie wieder hergestellt; prinzipiell kann immer dann ein Bypass angelegt werden, wenn nach einer Gefäßverschlussstrecke peripher davon noch zumindest eine anschlussfähige Arterie vorhanden ist; sind z.B. an einem Fuß bis in die Peripherie alle Arterien verschlossen, so ist keine Bypassoperation mehr möglich. (siehe Bypassoperation)
     
  • Transpositionsoperation
    Dabei werden Verschlüsse an Gefäßgabelungen durch Umlagerung und Neuanastomosierung von Gefäßen operativ umgangen.
     
  • Aneurysmaoperation
    Dabei wird im Gegensatz zur gefäßverengenden Arteriosklerose eine überdehnte ausgeweitete Arterie möglichst noch vor der Ruptur (= Durchbruch) operativ entfernt und durch eine Kunststoffgefäßprothese ersetzt. (siehe Aneurysma)

 

Sämtliche angeführten Operationsmethoden werden an unserem Haus der Barmherzigen Brüdern in Linz durchgeführt.

Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz
Seilerstätte 2
4021 Linz
Telefon: 0043 732 7897-0
Fax: 0043 732 7897-1099

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Darstellung:
https://barmherzige-brueder.at/