Basale Stimulation in der Pflege

... als Teil eines Pflegekonzeptes

Basale Stimulation ist eine pflegerische Maßnahme - über die Sinnesorgane - zur Förderung von Menschen mit Wahrnehmungsstörungen.

 

Ziel der Basalen Stimulation in der Pflege ist die Begleitung und Förderung individueller Lernprozesse eines erkrankten Menschen. Sie ist keine Technik, sondern ein pädagogisches Förderkonzept, eine prozessorientierte Pflege mit therapeutischen Momenten.


Die Wirkung des Konzeptes am Patienten: Stressreduzierung, Wohlbefinden, größere soziale Integrationsfähigkeit, mehr Selbstständigkeit, mehr Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten.

 

Grundelemente der Basalen Stimulation:

A) Somatische Stimulation

  • bei der Waschung: beruhigende, anregende, bobathorientierte und entfaltende Waschung. (Ein kleines Beispiel: Wird bei einer pflegerischen Maßnahme mit einem "Waschlappen" vom Knie in Richtung Fuß gestrichen, so hat dies eine beruhigende Wirkung zur Folge. In die Gegenrichtung würde eine anregende Wirkung erzielt werden.)
  • beim Einreiben: Atemstimulierende Einreibung, die dem Patienten zu einer ruhigen, gleichmäßigen und tiefen Atmung verhelfen soll.
  • bei der Körperberührung: je nach Festigkeit und Kontinuität werden spezielle therapeutische Reize beim Patienten ausgelöst.

B) Vestibuläre Stimulation
Durch unterschiedliche Lagerungsformen und das gezielte "Bewegen" des Patienten wird eine therapeutische Stimulation seines Gleichgewichtssinnes (Vestibularapparat im Innenohr) erzielt.

 

Aufbauelemente der Basalen Stimulation:

  • Orale Stimulation: Der Mund stellt die sensibelste und wahrnehmungsstärkste Körperzone des Menschen dar. Dies unterstützen wir bspw. durch gezielte Berührungen, um Speichelsekretion und Schluckreflex in die richtigen Bahnen zu lenken. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem auch die adäquate Mundpflege und Nahrungsaufnahme.
  • Audiative Stimulation: Sinnesreizung über Stimmen, Geräusche, Musik – um die Umwelt wieder vertraut und bewusst zu machen.
  • Taktil/haptische Stimulation: Durch Tasten und Berühren die Wahrnehmung des Patienten fördern.
  • Visuelle Stimulation – der Sinn liegt in der Wahrnehmung der Umwelt und der eigenen Person durch ein bewusstes sehen z.B. Patienten mit ihm vertrauten Bildern stimulieren oder visuelle Gestaltung der Station.
Basale Stimulation bedeutet Pflege ohne erhöhten Zeitaufwand. Sie fördert und bereichert Patienten, Angehörige und das Pflegepersonal.
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien
Johannes-von-Gott-Platz 1
1020 Wien
Telefon: 0043 1 21121-0
Fax: 0043 1 21121-1333

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